Zur Vorbereitung der Ausstellung "400 Lunas emocionadas - 400 Monde ganz bewegt" Teil 6

18. Ich mache mir große Sorgen, als ich feststellen mußte, daß die ekliptischen Umlaufbahnen von Kepler nicht auf der Liste zu finden waren, und daß die weisse Polarkarte, die ich in eine transparente Kugel verwandelt hatte, ein Mißerfolg war.

Daher studierte ich noch einmal das 2. Keplersche Gesetz über die Geschwindigkeit der Planenten auf ihren Bahnen und ich finde durch Zufall eine Illustration zu einem plastischen Entwurfsmodell des Keplerschen Sonnensystems. Mir wird die Ähnlichkeit bewußt, die zwischen meinem drehbaren Modell der weissen Scheiben und einer Glühbirne besteht. Ich begreife: Wenn das Licht ausserhalb der Umlaufbahnen bleibt, ist das System nicht komplett kopernikanisch, da in meinem Modell die Sonne zwar ruhig war, aber sich alles außerhalb des Zentrums bewegte: Man müsste es also „vorkopernikanisches Modell für eine Zeichnung von Kepler“ nennen... Mal sehen. Ich merke, daß eine Ähnlichkeit zwischen dieser Konstruktion und einer anderen besteht , die ich 1999 in der Picker Fellow Gallerie in Kingston, London ausstellte, und die aus einem Konvolut von Lupen und einer standardmäßigen Ellipse bestand, die den Titel „Maschine zum Zeichnen von Wolken“ trug.

19. Ich fahre mit meinen Versuchen mit der Rotlinse fort und entdecke, daß die rote und gelbe Farbe der spanischen und deutschen Nationalflaggen verschwinden und nur das Schwarz wahrnehmbar bleibt. Auf einem karierten Zeichenpapier zeichne ich in vielfacher Wiederholung die beiden Flaggen, in der Annahme, daß es einen Zustand geben könnte, in dem jeder Farbstreifen als ein Pixel erscheinen würde. Am Ende entdecke ich, daß die Rotlinse in Wirklichkeit eine Entpixellierungs-Linse ist, die nur die schwarzen Farbstreifen enthüllt, und, daß man mit diesen Streifen ein beliebiges Wort schreiben könnte. Ich könnte so eine "Spanischdeutsche Depixelierungs-Linse" hervorbringen.

20. Wolf bittet aus Regensburg per e-mail um den Ausstellungstitel und einen kurzen Beschreibungstext. Ich habe nur den Mondspiegel, der seiner Fertigstellung entgegengeht, das Teleskop, das noch keine sehr definierte Funktion besitzt und eine Sammlung runder mondähnlicher Gemälde, die als Mondabbildungen dienen könnten. Ich denke über einen Titel nach und formuliere ihn so: "Die Monde, ich gesehen habe und diejenigen, die ich sehen will". Ich bespreche den Titel mit einigen Freunden und finde keine große Begeisterung.


 

Künstler im artspace Erdel

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