Zhao Bin: Breite Beachtung am Regensburger Galerienabend 2017

Zhao Bin | Artspace ErdelSeit rund 20 Jahren bietet der Regensburger Galerienabend Kunstfreunden die Chance, bei einem relaxten Bummel Kunst unterschiedlichster Genres und Stilrichtungen zu studieren und sich bei einem Glas Wein auszutauschen.

2017 präsentierte sich der Artspace Erdel mit einer Solo Show des chinesischen Künstlers Zhao Bin. Der Schwerpunkt der Ausstellung lag auf neuen Arbeiten, die während des Künstleraufenthalts in Augsburg im Sommer 2017 entstanden sind.

Lustvolle Inszenierung der scheinbaren Idylle

Fünf großformatige Arbeiten aus der Serie "Lustvoller Panda". Mit dieser Serie führt Zhao Bin die Erforschung der Mechanismen der medialen Selbstdarstellung konsequent fort. Für den Wunsch nach Individualität und Einzigartigkeit in der Massengesellschaft findet Zhao Bin ironisch liebevolle Metaphern. Die Künstlichkeit des medialen Surroundings ästhetisiert er in hochartifiziellen Landschaftsräumen.

Zhao Bin | Artspace Erdel

Die Inszenierung des Alltags bringt Zhao Bin durch die Farbpalette und spiegelglatte Oberflächen zum Ausdruck. Er übersteigert damit die Ausdrucksformen der Filter der diversen Fotoapps und verweist auf die glattpolierten Oberflächen, auf denen jegliche Spuren von Singularität unsichtbar gemacht wurden.

Die Bildmotive zeigen Frauen beim Sonnenbaden, beim selbstvergessenen Spiel mit dem Smart Phone, den Blick aus dem Hotelzimmer auf ein romantisches Bergpanorama. Die ganz normale Auszeit der Mittelklasse. Immer mit dabei, der Panda, der mit Pinsel oder Smart Phone die Szenerien festhält und den Schein der Idylle stört.

Verstörende Verlockung

Nichts ist harmlos. Nichts ist wie es scheint. Nicht bei Zhao Bin. Er versteht es meisterhaft, den Betrachter wohlgemut in seine Bildwelten zu locken. Die Farben versprechen Freude. Die Bildmotive Verlockung. Doch wehe dem, der nicht wachsam ist. Schnell bewegt man sich mit auf dünnem Eis. So nimmt es nicht Wunder, dass sich das kunstsinnige Publikum schnell in Interpretationen verstrickte und dabei diebischen Spaß hatte.

Die Werke sind bis 13. Oktober im Artspace Erdel, Fischmarkt 3 ausgestellt. Ab 16. Oktober 2017 können sie jederzeit nach Vereinbarung im Schaulager des Dr. Erdel Verlags am Schallern 4 besichtigt werden.

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Fotos: Antonia Kienberger

Zhao Bin: Serie VIP

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 100 x 140 cm, 2015

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 130 x 180 cm, 2015

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm, 2015

Zhao Bin: Neuer Werkzyklus

Wer ist Lobin Kohl?


Zhao Bin: "Lobin Kohl I"
Öl auf Leinwand, 90 x 130 cm, 2015
7.400 Euro

Die Bilderserie "Lobin Kohl" ist ein neuer Schritt in der künstlerischen Entwicklung des chinesischen Künstlers Zhao Bin. Der abgeschlossene Werkzyklus besteht aus zwei Tafelbildern und drei auf Holz gearbeiteten Bildern. Er entstand während eines mehrmonatigen Aufenthalts in München im Jahr 2015. Diese Arbeit ist innerhalb seines Œuvres herausragend.

Mehr über Lobin Kohl erfahren Sie auf: http://www.erdel-shop.de/malerei/zhao-bin/lobin-kohl


Zhao Bin: "Lobin Kohl II"
Öl auf Leinwand, 90 x 130 cm, 2015
7.400 Euro

Immer wieder eruiert Zhao Bin den kulturellen Austausch zwischen dem europäischen Abendland und seiner Heimat China. In dieser Serie konzentriert sich Zhao Bin auf die Oberflächlichkeit des interkulturellen Dialogs. Lediglich die Hülle der Dinge dringen in den chinesischen Lebensraum ein. Gleich Statussymbolen für gehobenen Lifestyle. Die Protagonisten bleiben farblos. Ebenso die Bibliothek mit der Zurschaustellung einer elitären Beschäftigung mit der Kunst. Im starken Kontrast hierzu stehen der farbkräftige Gummibaum und die blutrote Zunge des Schoßhündchens.

Mehr Details sehen Sie auf: http://www.erdel-shop.de/malerei/zhao-bin/lobinkohl

Dongwuan Museum kauft Arbeiten von Zhao Bin

Für alle Fans von Zhao Bin und Freunde der chinesischen Kunst und Kultur ein besonderer Genuss.

Aufgenommen im Dongwuan Museum, Provinz Hunan, China 2015. Ab Minute 3:30 wird auch Deutsch gesprochen:)

 

Zhao Bin: Dongwuan Museum

Master Bin: Museumsreife

Zhao Bin

Zwei Arbeiten von Zhao Bin aus der Serie Master Bin wurden im Herbst 2015 vom Dongwuan Museum für die Sammlung angekauft.

Vorausgegangen war eine Gruppenausstellung zehn chinesischer Maler aus zwei Provinzen. Fünf Künstler aus der Provinz Hunan und fünf aus Guangdong präsentierten eine Auswahl ihrer Arbeiten.

11 Arbeiten aus der Serie Master Bin sind bei uns in der Galerie - Ausstellungsraum Fischmarkt 3 und im Kunstshop Galerie Dr. Erdel präsent.

Möchten Sie gerne mehr über die Arbeiten Zhao Bins erfahren?
Rufen Sie uns an: 0941 - 702194.

Zhao Bin: Superman der anderen Art

Ikone aller Superhelden

Zhao Bin: Bilderzyklus Superman

Die Serie Superman entstand im Jahr 2007. In diesem Bilderzyklus setzt sich Zhao Bin unter ganz neuen Aspekten mit der Ikone der abendländischen Werbe- und Medienwelt auseinander. Mit Superman stellt Zhao Bin beeindruckend unter Beweis, wie sehr er in der östlichen und westlichen Bilderwelt gleichermaßen fest verwurzelt ist.

Mehr Informationen und Details zu Einzelbildern der Serie Superman von Zhao Bin im Dr. Erdel Verlag Kunstshop

Das Bild von der Welt

Doch geht Zhao Bin über die bloße Aneignung der kulturellen Bilderwelten des westlichen Comics weit hinaus. Er nimmt die stereotype Bildsprache und Handlungsstruktur des us-amerikanischen Comichelden Superman auf, der paradigmatisch für das starke Streben nach Individualtät, Überlegenheit und Macht in der westlichen Kultur steht und seine Kraft dafür verwendet, Schwächeren zu helfen.

Der Handlungsaufbau in den Gemälden, die aus 4-6 Einzelbildern bestehen, folgt dem genretypischen Muster der radikalen Vereinfachungen gesellschaftlicher Strukturen, mit dem feinen Unterschied, dass Zhao Bins Superman sich nicht nur von ethisch-moralischen Prinzipien leiten lässt. Bei der Darstellung von Konflikten lenkt Zhao Bin nicht von deren politischen und ökonomischen Ursachen ab, sondern macht sie mit oft beklemmender Deutlichkeit anschaulich.

Welt(en)bild(er)

Zhao Bins Superheld besitzt eine ebenso massive Körperlichkeit wie das Original. Doch im Gegensatz zum Urbild ist der athletisch-muskulöse Körper stark mit Sexualität aufgeladen. Zhao Bins Held setzt seine Tatkraft bei weitem nicht nur zum Wohle der Menschheit ein. Er zögert nicht, sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen oder seine Begehrlichkeiten, wenn nötig mit Gewalt, zu befriedigen.

Ein Tabubruch, der im Genre der us-amerikanischen Comic-Popkultur (bisher) niemals möglich war. Doch die Figur des Superman ist so fest im kulturellen Gedächnis verankert, dass die Identifikation mit dem Helder unhinterfragt geschieht. Das reflektierte Denken kann mit den gewohnten Seh- und Interpretationsmechanismen nicht Schritt halten. Erst im weiteren Betrachtungsprozess erfolgt die unangenehme Ernüchterung, dass diese Figur nicht der gute Clark Kent ist.

Symbolkraft und Transformationkraft

Die Symbolfunktion des Helden ist ausgehebelt. Der Zeichenkörper Superman nicht mehr eindeutig. Die Bedeutungshoheit der westlichen Kultur nicht mehr zweifelsfrei anerkannt. Damit ist auch die bequeme Vorstellung, die westliche Kultur stünde für universelle menschliche Werte und Freiheit an ein Ende gelangt.

Doch kein Grund zum Klagen. Wo in Stein gemeiselte Bedeutungsinhalte - die allesamt konstruiert und kollektiv akzeptiert sind - zu erodieren beginnen, öffnen sich auch wieder Spielräume für Diskussionen und die Neubestimmung von gesellschaftlichen Diskursen. Ein hoffnungsfroher Ansatz in Zeiten der Globalisierung, in dem die Euphorie längst schon der Angst und dem Bestreben nach Ab- und Ausgrenzung gewichen ist. Das spielerische Ausloten von Grenzen hat unendlich viel Charme und die Konfrontation mit unseren eigenen unhinterfragten Denkschemata ist uns allen allemal angemessener als das physische Austragen von Konflikten mit unseren Mitmenschen.

In diesem Sinne, mögen wir alle sehen üben. Immer wieder.

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