Juan Fernando de Laiglesia: Werkstatt des Weltenschöpfers

Am 5. Juli 2013 eröffnen wir um 20 Uhr die dritte Einzelausstellung mit Juan Fernando de Laiglesia.

Juan Fernando de Laiglesia: Werkstatt des WeltenschöpfersEinladung zum Experiment

Die Ausstellung "Werkstatt des Weltenschöpfers" steht innerhalb der Ausstellungsreihe "Der andere Blick" und zeigt 12 Kunstwerke, die den Betrachter zum Experimentieren einladen. De Laiglesia thematisiert damit die Rolle des Kunstbetrachters, nicht bloß in der Aktion der Kontemplation, sondern im direkten, physischen Kontakt zwischen Kunstwerk und Publikum im Akt der Entstehung des Kunstwerks.

Die 12 Kunstwerke kommen nicht als fertige Ware oder bloßer Gegenstand aus Vigo nach Regensburg, sondern konstituieren sich im beständigen Fließen von Blicken und als Knotenpunkt des - auch körperlichen - Dialogs mit dem Material der Malerei.

Mit "Werkstatt des Weltenschöpfers" knüpft Juan Fernando de Laiglesia an die beiden vorangegangenen Ausstellungen in den Jahren 2008 und 2010 an. Damals standen das moderne Nomadentum, der Transit, Kreativität und die Entstehung von Neuem und Erkennntnisgewinn im Mittelpunkt.

Knotenpunkt Kunst

Mit im Gepäck hat Juan Fernando de Laiglisia auch das Buch DICCIONARIO ILUSTRADO, das er im August 2012 herausgegeben hat. Juan Fernando de Laiglesia steht an der Facultad de Bellas Artes der Universidad de Vigo einer Forschungsgruppe vor, die seit gut vier Jahren zum Thema Erkenntnisgewinn in Kunst und Wissenschaft arbeitet. Ein Ergebnis ist dieses Werk, das die undogmatischen und persönlichen Ansichten von fast 100 spanischen Künstlern enthält, die alle auf die gleiche Frage höchst unterschiedliche Antworten fanden: Was ist Kunst?

Juan Fernando de Laiglesias Beitrag "arte / art-icular" und steht prototypisch für Juan Fernandos Kunstverständnis. Denkt Juan Fernando de Laiglesia über Kunst nach, fallen ihm folgende Aspekte dazu ein: Vergnügen, Schöpfung, Freiheit, Ungehorsam, Handwerk, Mechanik, Objekt, Handel, Realität, Repräsentation, Symbol, Utopie, Publikum, Fest, Glamour, Humor.

Wie alles miteinander verknüpft ist und welche Spielarten sich daraus ergeben können, werden die Besucher der Eröffnung auf höchst vergnügliche Weise in der "Werkstatt des Weltenschöpfers" mitgestalten können.

Eröffnung der Ausstellung: 5. Juli 2013 um 20 Uhr in Anwesenheit des Künstlers

Dauer: 5. Juli - 21. September 2013

Abbildung: Juan Fernando de Laiglesia: "Ícaro joven", 2012
Kirschbaumwurzel, Porzellan, Holz, Metall
200 x 170 x 50 cm

Auf der Suche nach der Perfektion


(Fotos: Dr. Erdel Verlag)

Die Teile sind richtig angeordnet, doch die Maserung des Holzes ist durchbrochen.

Gemeinsam wird weiter getüftelt.

Geschafft!

Gran flujo simultáneo


(Foto: Dr. Erdel Verlag)

Große Spannung: Wo ist "the missing link"?

Die Arbeit "Gran flujo simultáneo" von Juan Fernando de Laiglesia aus dem Jahr 2007 besteht aus 6 Holzschichten im Format 120 x 120 cm. Jede Schicht wiederum setzt sich aus unterschiedlichen Formen und Farben zusammen, die ein harmonisches Quadrat ergeben.

Diese Schichten können Stück für Stück abgetragen werden, indem die Teile auf die gegenüberliegende - korresponierdende - quadratische Grundform gelegt werden. Jeder Besucher kann entscheiden, welches Stück er am liebsten bewegen möchte, vorausgesetzt, es liegt frei. Nach dem Transfer kommt das jeweilige Stück an der gleichen Stelle zu liegen.

Dennoch ist das Werk nie das selbe. Was oben war, findet sich unten wieder. Im freien Spiel der Kräfte wird sowohl durch Wegnehmen als auch Hinzufügen Neues geschaffen. Jedes einzelne Teil - ob groß oder klein - ist von gleicher Wichtigkeit. Bei aller Individualtiät bleibt der große Zusammenhang erhalten. Kooperation und Konstruktion sind die Leitmotive.

Juan Fernando de Laiglesia: "Gran flujo simultáneo" (Großer Strom in einem Augenblick)
Madera industrial recortada, 120 x 120 cm, 2007
18.000 Euro

Alles fließt


(Foto: Dr. Erdel Verlag)

"Gran flujo simultáneo"

Fast gelöst.
Am Eröffnungsabend verloren die vielen kleinen Dreiecke zum Teil die Orientierung. Mit viel Hingabe wurden sie heute wieder in Bewegung gesetzt: gedreht, auf die Maserungen hin überprüft, nach Äquivalenten gesucht, neue Ansätze gesucht - und gefunden. Nur ein Teilchen verhält sich noch etwas widerspenstig. Doch für heute lassen wir es gut sein.

Drei schwere Holzkisten...

Nach längeren Vorbereitungen und Telefonaten kamen drei Holzkisten - extra nach Maß angefertigt und mit Rädern versehen - am Fischmarkt an. Sie sind so schwer, dass man sie alleine fast nicht bewegen kann.

Schon die kurze Wegstrecke vom Bayerischen Rundfunk zur Galerie dauerte seine Zeit. Für jede Unebenheit der Straße, die man sonst kaum wahrnimmt, bedurfte es eines kräftigen Anschubs, um über sie hinweg zu kommen. Doch alle Verkehrsteilnehmer verhielten sich sehr rücksichtsvoll.

Im Galerieeingang staute sich der Kistenkonvoi. Sorgfältig wurden jedes einzelne Schwergewicht die drei Stufen hinabgelassen und in den Ausstellungsraum gebracht. Hier warten sie nun, bis Juan Fernando am Donnerstag abend nach Regensburg kommt.

Dann wird es wieder spannend werden. Am Freitag um 20 Uhr findet die Eröffnung statt. Juan Fernando sagte am Telefon, diese Ausstellung würde im Aufbau etwas kompliziert werden, die letzten fragileren Teile brächte er im Handgepäck mit.

Wie immer, recht experimentell und voller Spielfreude.

Künstler im Artspace Erdel

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