Finissage mit Ornella Reni am 17.9.2010

Ornella Reni mit zwei ihrer "Dolls", die die Ausstellung begleiten
Am Freitag, den 17.9.2010 wird die Ausstellung der theatralen Installationen von Ornella Reni beendet. Die Ausstellung in unserer Galerie am Fischmarkt 3 war sicherlich eine wunderbare Erfahrung, gerade und wegen der oft kontrovers geführten Diskussionen über die Thematik und die Behandlung des abendländischen Bildungs-Kanons als Gesamtkunstwerk im Rahmen einer Ausstellung.
Als Auftakt der "Theatrale" - Reihe in der Galerie (bis zum Frühjahr 2011 mit 5 Ausstellungen) jedenfalls vielversprechend, die im Theater bekannte Streitkultur war hier sofort wieder spürbar.
Zur Finissage am Freitagabend, 17.9.2010, ab 19:00 Uhr (oder ab der Galerie-Öffnungszeit um 16:00 Uhr) ergeht hiermit herzliche Einladung. Ornella Reni und Riccardo Viciale werden anwesend sein, Kunst-Agentin Rosemary Fitzgibbon reist zur Finissage an, auch Galeriest Ludwig Hammer hat sein Kommen zugesagt. Fans und Kritiker sind bei einer Tasse Kaffee oder einem Schluck Wein zum Diskutieren, Bewundern und gerne auch zum Kaufen eingeladen.

All the world´s a stage - Ornella Renis Welttheater

Ornella Reni: "Geschichte und Hoffnung" (Video mit freundlicher Erlaubnis der Künstlerin)

Die Geschichte der abendländischen Kultur in einem furiosen Welttheater. Ornella Reni hat mit dieser Ausstellung, die ab dem 6. August in unserer Galerie am Fischmarkt zu sehen ist, eine klare, poetische und zutiefst humanistische Aussage über Vergangenheit und Zukunft unserer Welt getroffen. Das hier gezeigte Video gibt einen kleinen Einblick in die Themen und Exponate der umfangreichen und herausragenden Ausstellung, mit der wir unsere Reihe "Theatrale Regensburg 2010" beginnen.

Ornella Reni: Theatrale Installationen

"Vergiss nicht, dass das Leben Schauspiel ist und diese ganze Welt die große Bühne, dass sich im Augenblick die Szenen wandeln und wir dabei als Spieler handeln." heißt es beim großen spanischen Dichter des Barock Francisco Quevedo.

Ornella Reni greift die Metapher aus dem Barock auf, um ihre Weltanschauung zum Ausdruck zu bringen. Ihre 'teatrini storici' gewähren uns Einblicke in das Leben von Menschen und Ereignissen oder Entdeckungen, die für unser Denken und die Entwicklung der abendländischen Kultur entscheidend waren.

Doch Ornella Reni benützt nicht nur die Form der Bühne, sondern setzt auch die verschiedenen Raumdimensionen des Theaters in Szene. Sie inszeniert einen Bühnenraum, den sie plastisch bespielt. Daraus erwächst ein dramatischer, imaginärer Raum, der sich zwar auf unseren kulturellen Hintergrund bezieht, ihn aber übersteigt. Renis 'Bühnen-Bilder' laden den Betrachter ein, sich auf das Reich des Imaginären einzulassen. (Toll fotographiert von Alo Zanetta)

Gleichzeitig ist in Renis theatralen Installation auch immer der Gedanke präsent, wie prägend das Dispositiv 'Theater' für unsere kulturelle Entwicklung war. Die Ausstellung bringt zu Bewusstsein, wie uns das Verhältnis des Zuschauerraums zum Bühnenraum einer Guckkastenbühne bereits zur Gewohnheit geworden ist. Reni spielt mit den mittlerweile traditionellen Theaterästhetik, dem visuellen Raumschema und der komplexen Bildregie des neuzeitlichen Theaters.

Hierfür ist die Distanz zwischen den Zuschauern und den Schauspielern fundamental. Beobachter und beobachtetes Geschehen fallen räumlich weit auseinander. Der Schauraum, der sich dem Betrachter bietet, beruht auf dem Prinzip der Frontalität. Der Zuschauer ist nur in der Lage, sich das visuell anzueignen, das er von seinem ihm zugewiesenen, statischen Platz aus beobachten kann - den Ausschnitt, der ihm vom Regisseur absichtsvoll präsentiert wird.

Die italienische Künstlerin beschäftigt sich mit dem Verhältnis ihrer Bühnenräume und dem Lebens- und Erfahrungraum der Betrachter. Sie bringt universelle Problemstellungen der Menschheit auf die Bühne. Die Schwierigkeiten angesichts der kulturellen Vielfalt, die oftmals zu Aggressivität führen und nicht sofort als Bereicherung empfunden werden, sind seit Kain und Abel ein andauernder Quell des Unfriedens.

Die Frage nach den Gesetzmäßigkeiten des Zusammenlebens auf Erden ist für Ornella Reni elementar. Sie geht der Frage nach, welche Vorstellungen die Menschen von einer gerechten Form des Miteinanders entwickelt haben und präsentiert uns Visionen der Französischen Revolution, Gandhi und Luther King.

Reni thematisiert aber auch den Umgang der Menschen mit ihrem Lebensraum und pocht darauf, dass wir Verantwortung für den Erhalt unserer Erde übernehmen müssen. In Ornella Renis Werk manifestiert sich die Hoffnung auf das große Potential der konstruktiven Krativität der Menschheit, sich das Dasein schön zu erschaffen. Dabei greift sie auf die Ästhetik und Techniken des Bühnenbildes zurück, das oftmals holzschnittartig und überzeichnet den Kern der Aussage augenscheinlich macht.

Künstler im Artspace Erdel

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