Fernando de la Jara: Idee und Welt

Minerva, der lateinische Name für Pallas Athene - die Göttin mit den strahlenden Augen - sie ist das Motiv einer Skulptur von Fernando de la Jara, die im Münchener Hofgarten, vor dem Haupteingang der Generalverwaltung der Max Planck Gesellschaft zu sehen ist. Dem Profil der Göttin steht in der 6,10 Meter hohen Skulptur eine korresponierende Negativform gegenüber, gebildet aus pflanzlichen, animalischen und menschlichen Formen, Idee und Realität spiegelnd.

Fernando de la Jara: "Minerva" (Wunsch und Gedächtnis), südafrikanischer Granit, Höhe 610 cm, Breite links 370 cm, Breite rechts 5,40 cm , Tiefe ca 50 cm, Gewicht etwa 45 Tonnen. (Foto: mit freundlicher Genehmigung des Künstlers)

Fernando de la Jara - Leben und Werk

Fernando de la Jara im Atelier (Foto: Erdel Verlag 2012)

1942 wurde Fernando de la Jara in Lima (Peru) geboren, bereits mit 17 Jahren bekam er den Auftrag zur Ausgestaltung einer Kirche mit Fresken, später wurde der Maler Manuel Viola sein Lehrer. Es folgten Bildungsreisen nach Europa, ebenso aber auch der jahrelange Rückzug in die Berge seiner Heimat. Heute ist der Kosmopolit de la Jara in Nodamerika und Südamerika ebenso zuhause wie in Europa. Seit er für einen Forschungsauftrag der Katholischen Univerität Eichstätt 1987 nach Deutschland kam, ist Deutschland und Bayern zu seiner zweiten Heimat geworden. Er unterhält Ateliers in Lima (Peru) und in Nördlingen (Bayern).

Er selbst schreibt in seiner Biographie: "Es ist nicht im Jahr 1948 in Lima, als Fernando de la Jara geboren wird, es ist auch keine Kunstakademie, in der er malen lernt, sondern er wird geboren und lernt mit jedem Bild, das er verwirklicht. Es gibt keine bessere Biografie für einen Maler als sein eigenes Werk." (Quelle: Website des Künstlers www.delajara.com)

Blick in das Atelier des Künstlers (Foto: Erdel Verlag, 2012)

Fernando de la Jaras poetische Kunst

Fernando de la JaraFernando de la Jara ist eine Ausnahmeerscheinung im heutigen Kulturbetrieb. Er liebt weder das grelle Licht, noch sucht er den massenwirksamen Effekt. Formvollendet im Auftreten, zuvorkommend im Wesen, erinnert er an einen britischen Gentleman des 19. Jahrhunderts. Auch in seinem großzügigen Atelier fühlt man sich jenseits der Zeit. Kein Lärm dringt herein. Zu hören sind nur das gedämpfte Geräusch der Schritte auf den Teppichen und der eigene Atem.

Als Maler ist Fernando de la Jara ebenso eine Ausnahmeerscheinung. Ein Solitär. Sein malerisches Werk beeindruckt durch seine Dichte. Seine Bilder sind die verdichtete Präsenz ästhetischer Codes. De la Jara nimmt Bezug auf religiöse Bilddarstellungen, auf die Ikonographie der Renaissance ebenso wie auf Elemente des Surrealismus oder der avantgardistischen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Fernando de la Jara wurde 1948 in Lima geboren. Der Kosmopolit arbeitete in vielen europäischen Ländern, (u.a. mit Dennis Hopper "The last movie") und studierte im Detail die flämische und venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts. In den 1970er Jahren zog er sich in die Anden zurück, Mitte der 1980 Jahre übersiedelte er nach New York und in den späten 1980er Jahren wurde er in Bayern sesshaft. Heute lebt er in Oettingen und in Arequipa.

Viele seiner Werke befinden sich in Sammlungen in Europa, Nord- und Südamerika sowie im Mittleren Orient. Er wird durch eine erfolgreiche Galerie in Lima vertreten. Die Plastik "Minerva" für die Max-Planck-Gesellschaft steht im Hofgarten in München.

Künstler im Artspace Erdel