Master Bin: Museumsreife

Zwei Arbeiten von Zhao Bin aus der Serie Master Bin wurden im Herbst 2015 vom Dongwuan Museum für die Sammlung angekauft.

Vorausgegangen war eine Gruppenausstellung zehn chinesischer Maler aus zwei Provinzen. Fünf Künstler aus der Provinz Hunan und fünf aus Guangdong präsentierten eine Auswahl ihrer Arbeiten.

11 Arbeiten aus der Serie Master Bin sind bei uns in der Galerie - Ausstellungsraum Fischmarkt 3 und im Kunstshop Galerie Dr. Erdel präsent.

Möchten Sie gerne mehr über die Arbeiten Zhao Bins erfahren?
Rufen Sie uns an: 0941 - 702194.

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 100 x 140 cm, 2015

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 130 x 180 cm, 2015

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm, 2015

Derzeit ist Zhao Bin mit einer großen Ausstellung im Millenium Center for Contemporary Art in Changsha vertreten. Die Werkschau unter dem Titel "Energy" wird von Weiran Yang kuratiert.

Ab November 2012 zeigt er seine aktuellen Arbeiten in der Galerie Dr. Erdel.

Eröffnung am Samstag, 25. Januar 2014 um 19 Uhr

Zhao Bin Atelierausstellung 2014

Ikone aller Superhelden

Die Serie Superman entstand im Jahr 2007. In diesem Bilderzyklus setzt sich Zhao Bin unter ganz neuen Aspekten mit der Ikone der abendländischen Werbe- und Medienwelt auseinander. Mit Superman stellt Zhao Bin beeindruckend unter Beweis, wie sehr er in der östlichen und westlichen Bilderwelt gleichermaßen fest verwurzelt ist.

Zhao Bin: Bilderzyklus Superman

Mehr Informationen und Details zu Einzelbildern der Serie Superman von Zhao Bin im Dr. Erdel Verlag Kunstshop

Das Bild von der Welt

Doch geht Zhao Bin über die bloße Aneignung der kulturellen Bilderwelten des westlichen Comics weit hinaus. Er nimmt die stereotype Bildsprache und Handlungsstruktur des us-amerikanischen Comichelden Superman auf, der paradigmatisch für das starke Streben nach Individualtät, Überlegenheit und Macht in der westlichen Kultur steht und seine Kraft dafür verwendet, Schwächeren zu helfen.

Der Handlungsaufbau in den Gemälden, die aus 4-6 Einzelbildern bestehen, folgt dem genretypischen Muster der radikalen Vereinfachungen gesellschaftlicher Strukturen, mit dem feinen Unterschied, dass Zhao Bins Superman sich nicht nur von ethisch-moralischen Prinzipien leiten lässt. Bei der Darstellung von Konflikten lenkt Zhao Bin nicht von deren politischen und ökonomischen Ursachen ab, sondern macht sie mit oft beklemmender Deutlichkeit anschaulich.

Welt(en)bild(er)

Zhao Bins Superheld besitzt eine ebenso massive Körperlichkeit wie das Original. Doch im Gegensatz zum Urbild ist der athletisch-muskulöse Körper stark mit Sexualität aufgeladen. Zhao Bins Held setzt seine Tatkraft bei weitem nicht nur zum Wohle der Menschheit ein. Er zögert nicht, sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen oder seine Begehrlichkeiten, wenn nötig mit Gewalt, zu befriedigen.

Ein Tabubruch, der im Genre der us-amerikanischen Comic-Popkultur (bisher) niemals möglich war. Doch die Figur des Superman ist so fest im kulturellen Gedächnis verankert, dass die Identifikation mit dem Helder unhinterfragt geschieht. Das reflektierte Denken kann mit den gewohnten Seh- und Interpretationsmechanismen nicht Schritt halten. Erst im weiteren Betrachtungsprozess erfolgt die unangenehme Ernüchterung, dass diese Figur nicht der gute Clark Kent ist.

Symbolkraft und Transformationkraft

Die Symbolfunktion des Helden ist ausgehebelt. Der Zeichenkörper Superman nicht mehr eindeutig. Die Bedeutungshoheit der westlichen Kultur nicht mehr zweifelsfrei anerkannt. Damit ist auch die bequeme Vorstellung, die westliche Kultur stünde für universelle menschliche Werte und Freiheit an ein Ende gelangt.

Doch kein Grund zum Klagen. Wo in Stein gemeiselte Bedeutungsinhalte - die allesamt konstruiert und kollektiv akzeptiert sind - zu erodieren beginnen, öffnen sich auch wieder Spielräume für Diskussionen und die Neubestimmung von gesellschaftlichen Diskursen. Ein hoffnungsfroher Ansatz in Zeiten der Globalisierung, in dem die Euphorie längst schon der Angst und dem Bestreben nach Ab- und Ausgrenzung gewichen ist. Das spielerische Ausloten von Grenzen hat unendlich viel Charme und die Konfrontation mit unseren eigenen unhinterfragten Denkschemata ist uns allen allemal angemessener als das physische Austragen von Konflikten mit unseren Mitmenschen.

In diesem Sinne, mögen wir alle sehen üben. Immer wieder.

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Im Atelier von Zhao Bin, Juli 2011 - vor Arbeiten der Serie "Master Bin" (Foto: A. Kienberger)

Zhao Bin hat seinen mehrmonatigen Aufenthalt in Deutschland beendet und ist nun seit 22. Juli wieder in China. Drei Ausstellungen in München (u. a. Einzelausstellung: Galerie Zewe) und die Ausstellung in unserer Galerie am Fischmarkt 3 in Regensburg stellten seine neue Arbeiten der ständig wachsenden Sammlergemeinde vor. Er hat das auf seine liebevoll ironische Weise in einem Selbstporträt thematisiert. Es ist Teil des "Master Bin" - Zyklus, an dem er während seines Aufenthaltes in München arbeitete und den er nun als abgeschlossen betrachtet.

Durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit dem Künstler wird es uns auch während seines Aufenthaltes in China möglich sein, Werke aus der laufenden Arbeit sowie verbliebene Werke aus unseren Ausstellungen vermitteln zu können. Kontaktieren Sie uns bei Bedarf gerne telefonich (0049941-702194) oder per mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!!

Zhao Bin: "I have a new collector", Serie Master Bin, Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm, 2011 (Foto: Erdel Verlag)

Die nächste Ausstellung findet nun in Boston, USA, in der Lorand Gallery statt. Einige Bilder unerer Ausstellung in Regensburg und Stücke aus dem Zyklus "Dandai Yishu" werden dort einen Teil der Ausstellung bilden.

Wir werden aktuell über die Ausstellungen in USA und in China berichten - gleichzeitig freuen wir uns, dass wir im Dr. Erdel Verlag demnächst zwei weitere Kataloge des Künstlers herausgeben können. (w.e. Juli 2011)

Künstler im Artspace Erdel