Master Bin: Museumsreife

Zhao Bin

Zwei Arbeiten von Zhao Bin aus der Serie Master Bin wurden im Herbst 2015 vom Dongwuan Museum für die Sammlung angekauft.

Vorausgegangen war eine Gruppenausstellung zehn chinesischer Maler aus zwei Provinzen. Fünf Künstler aus der Provinz Hunan und fünf aus Guangdong präsentierten eine Auswahl ihrer Arbeiten.

11 Arbeiten aus der Serie Master Bin sind bei uns in der Galerie - Ausstellungsraum Fischmarkt 3 und im Kunstshop Galerie Dr. Erdel präsent.

Möchten Sie gerne mehr über die Arbeiten Zhao Bins erfahren?
Rufen Sie uns an: 0941 - 702194.

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 100 x 140 cm, 2015

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 130 x 180 cm, 2015

Zhao Bin: VIP
Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm, 2015

 

Zhao Bin: "Supermann III", 2008, Acryl auf Leinwand, 130 x 100 cm

Wir sind stolz, diesen Herbst die vierte Ausstellung Zhao Bins mit dem Titel "Supermann" präsentieren zu können. Zhao Bin hat sich im letzten Jahr unter ganz neuen Aspekten mit den Ikonen unserer (Werbe-) und (Medien-) Welt auseinandergesetzt. Über seine Beschäftigung mit Smileys haben wir an dieser Stelle schon geschrieben, ebenso über seine erfolgreichen Bemühungen um das (Glücks-) Schwein. "Supermann" sehen wir nun als eine Serie von der visuellen Kraft seiner Drachenboot-Reihe, und wir merken daran, wie Zhao Bin nun vollständig in der östlichen und westlichen Bilderwelt seine Wurzeln gefestigt hat. Diese Ausstellung ist schon aus diesem Grund einen Besuch und eine Reise wert.

Wie üblich, findet sich die Ausstellung nach der Vernissage am Freitag auch wieder hier im Internet. Es lohnt aber auf jeden Fall ein Besuch am Freitagabend, Zhao Bin wird anwesend sein, und die Wirkung der großformatigen und meisterhaft gemalten Bilder in der Galerie am Fischmarkt ist einfach umwerfend!

Zur Eröffnung am Freitag, den 21. November um 20:00 Uhr laden wir Sie und Ihre Feunde herzlich ein.

Ausstellung jeweils am Mittwoch und am Freitag von 16:00 - 19:00 Uhr !

Derzeit ist Zhao Bin mit einer großen Ausstellung im Millenium Center for Contemporary Art in Changsha vertreten. Die Werkschau unter dem Titel "Energy" wird von Weiran Yang kuratiert.

Ab November 2012 zeigt er seine aktuellen Arbeiten in der Galerie Dr. Erdel.

Eröffnung am Samstag, 25. Januar 2014 um 19 Uhr

Zhao Bin Atelierausstellung 2014

Ikone aller Superhelden

Zhao Bin: Bilderzyklus Superman

Die Serie Superman entstand im Jahr 2007. In diesem Bilderzyklus setzt sich Zhao Bin unter ganz neuen Aspekten mit der Ikone der abendländischen Werbe- und Medienwelt auseinander. Mit Superman stellt Zhao Bin beeindruckend unter Beweis, wie sehr er in der östlichen und westlichen Bilderwelt gleichermaßen fest verwurzelt ist.

Mehr Informationen und Details zu Einzelbildern der Serie Superman von Zhao Bin im Dr. Erdel Verlag Kunstshop

Das Bild von der Welt

Doch geht Zhao Bin über die bloße Aneignung der kulturellen Bilderwelten des westlichen Comics weit hinaus. Er nimmt die stereotype Bildsprache und Handlungsstruktur des us-amerikanischen Comichelden Superman auf, der paradigmatisch für das starke Streben nach Individualtät, Überlegenheit und Macht in der westlichen Kultur steht und seine Kraft dafür verwendet, Schwächeren zu helfen.

Der Handlungsaufbau in den Gemälden, die aus 4-6 Einzelbildern bestehen, folgt dem genretypischen Muster der radikalen Vereinfachungen gesellschaftlicher Strukturen, mit dem feinen Unterschied, dass Zhao Bins Superman sich nicht nur von ethisch-moralischen Prinzipien leiten lässt. Bei der Darstellung von Konflikten lenkt Zhao Bin nicht von deren politischen und ökonomischen Ursachen ab, sondern macht sie mit oft beklemmender Deutlichkeit anschaulich.

Welt(en)bild(er)

Zhao Bins Superheld besitzt eine ebenso massive Körperlichkeit wie das Original. Doch im Gegensatz zum Urbild ist der athletisch-muskulöse Körper stark mit Sexualität aufgeladen. Zhao Bins Held setzt seine Tatkraft bei weitem nicht nur zum Wohle der Menschheit ein. Er zögert nicht, sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen oder seine Begehrlichkeiten, wenn nötig mit Gewalt, zu befriedigen.

Ein Tabubruch, der im Genre der us-amerikanischen Comic-Popkultur (bisher) niemals möglich war. Doch die Figur des Superman ist so fest im kulturellen Gedächnis verankert, dass die Identifikation mit dem Helder unhinterfragt geschieht. Das reflektierte Denken kann mit den gewohnten Seh- und Interpretationsmechanismen nicht Schritt halten. Erst im weiteren Betrachtungsprozess erfolgt die unangenehme Ernüchterung, dass diese Figur nicht der gute Clark Kent ist.

Symbolkraft und Transformationkraft

Die Symbolfunktion des Helden ist ausgehebelt. Der Zeichenkörper Superman nicht mehr eindeutig. Die Bedeutungshoheit der westlichen Kultur nicht mehr zweifelsfrei anerkannt. Damit ist auch die bequeme Vorstellung, die westliche Kultur stünde für universelle menschliche Werte und Freiheit an ein Ende gelangt.

Doch kein Grund zum Klagen. Wo in Stein gemeiselte Bedeutungsinhalte - die allesamt konstruiert und kollektiv akzeptiert sind - zu erodieren beginnen, öffnen sich auch wieder Spielräume für Diskussionen und die Neubestimmung von gesellschaftlichen Diskursen. Ein hoffnungsfroher Ansatz in Zeiten der Globalisierung, in dem die Euphorie längst schon der Angst und dem Bestreben nach Ab- und Ausgrenzung gewichen ist. Das spielerische Ausloten von Grenzen hat unendlich viel Charme und die Konfrontation mit unseren eigenen unhinterfragten Denkschemata ist uns allen allemal angemessener als das physische Austragen von Konflikten mit unseren Mitmenschen.

In diesem Sinne, mögen wir alle sehen üben. Immer wieder.

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Künstler im Artspace Erdel