Kunstmarkt: Neue Vertriebsformate

Media Art and the Art Market II

Media Art Ars Electronica 2017 Foto Wolf ErdelKonferenz auf dem Ars Electronica Festival am 7. September 2017

Die sechs  Vorträge am ersten Tag des Ars Electronica Festivals setzten zwei Schwerpunkte: Das Sammeln und Konservieren von Medienkunst und neue Formate für die Vermittlung und den Verkauf von Kunst. Vom traditionellen Galeriebetrieb, reinen Künstleragenturen, Kulturinstitutionen bis hin zu Vertriebsleitern von neuen digitalen Einkaufs- und Organisationstools waren bis auf die Künstler alle Akteure des Kunstmarktes vertreten.

So unterschiedlich die Ansätze und Zielsetzungen der einzelnen Formate auch sind, eines ist klar: Am digitalen Weg der Vermittlung von Kunst, nicht nur der Medienkunst, führt kein Weg vorbei.

GLUON - Plattform für Kunst und Wissenschaft

GLUON ist eine neue Plattform für Kunst und Wissenschaft. Die Gluon Foundation forciert die Zusammenarbeit von KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen. Als Kick-off dieser von Christophe de Jaeger entwickelten Initiative findet bei Ars Electronica ein Round Table statt, bei dem der Kurator und Kunstmanager Hans-Ulrich Obrist von der Serpentine Gallery in London und Paul Dujardin von BOZAR in Brüssel mit KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen diskutieren. Moderiert wird das Gespräch von Gerfried Stocker, dem künstlerischen Leiter der Ars Electronica.

paul dujardin hans-ulrich obrist gluon session ars electronica 2017reverse engineered residency

Gemeinsam mit Ars Electronica startet diese neue Initiative, in der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit Künstlern und Künstlerinnen zusammenbrachte werden sollen. Dieser Austausch findet allerdings nicht in der üblichen Form statt, bei der ein Künstler oder eine Künstlerin in ein Labor fährt und sich dort inspirieren lässt. Diese Mal soll das genau umgekehrt laufen: Künstler und Künstlerinnen laden einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin in ihr Atelier ein und arbeiten hier gemeinsam an einem Projekt.

Interessierte SammlerInnen übernehmen die Patronanz über diese Kooperationen und können die dabei entstandenen Werke erwerben.

Es ist sozusagen eine „reverse engineered residency“, aber natürlich immer mit dem Ziel, diese unheimlich spannenden Querverbindungen zwischen Kunst und Wissenschaft neu zu beleuchten, zu erproben und zu unterstützen. Ars Electronica bietet mit den Gallery Spaces und dem Residency-Programm eine Plattform, auf der sich alle, die an einer Verbindung von Medienkunst und Kunstmarkt in irgendeiner Form Interesse haben, treffen und austauschen können.

Das neue Residency-Programm wird 2017 auf dem Ars Electronica Festival vorgestellt. Die teilnehmenden Künstler sind Rachel Rose (US), Manthia Diawara (ML/US), Damian Ortega (MX) und Jan de Cock (BE). Beatrice de Gelder (BE) spricht über die Perspektive der Wissenschaft über diese neue Initiative.

Foto: Paul Dujardin, Hans-Ulrich Obrist
Credit: Antonia Kienberger

Collectors Program für Medienkunst auf der Ars Electronica 2017

2017 gibt es zum ersten Mal einen Kunstmarkt am Ars Electronica Festival: Im Untergeschoß in der POSTCITY am Linzer Hauptbahnhof.

medienkunstmark ars electronica 2017Digitalisierung verändert Kunstmarkt

Gerfried Stocker bezeichnet die Kunstmarkt-Initiative als die wahrscheinlich größte Neuerung des Ars Electronica Festivals. Ars Electronica startet damit eine Initiative Medienkunst und Kunstmarkt vereinen und probieren mit dem Collectors Program ein neues Format aus. Die Digitalisierung verändert auch den Kunstmarkt. Es gibt da interessante neue Strömungen und Möglichkeiten, wie etwa Online-Galerien oder auch Online-Auktionen, die mittlerweile sehr erfolgreich sind. Auch die Meinungs- und Wertbildung im Kunstmarkt erfolgt zunehmend über Online-Magazine und nicht mehr nur über gedruckte Hochglanzbroschüren und -Magazine. Rankings von Künstlern und Künstlerinnen werden über Big-Data-Analysen erstellt. Es haben sich aber nicht nur Wert- und Meinungsbildung im Kunstmarkt verändert, sondern auch die Verwertung.

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