Ludwig Gebhard: Tätowierte Schönheit

Ludwig Gebhard: Tätowierte Schönheit
Farblinolschnitt, 1996
Blattgröße: 70 x 50 cm
Druckfläche: 42 x 30 cm

In Privatbesitz

Ein schwarzer Frauenkopf blickt den Betrachter en face regungslos an. Im Gesicht der Frau sind merkwürdige Zeichen zu sehen: Auf der rechten Wange wird ein Viereck durch drei parallele Linien überschnitten, auf der linken Wange überschneiden sich drei gekrümmte Linien. Sind das die Tätowierungen, von denen der Titel spricht? Gebhard hat eine "Schönheit"geschaffen, ein in der Kunstgeschichte beliebter Topos, der immer von einem Ideal ausgeht.

Die (weibliche) Schönheit, die erst durch die Hand des Künstlers entsteht - aber auch die weibliche Schönheit, die der Künstler als Inspiration für seine Kunst nötig hat. Hier kreuzen sichdie Linien - wie auf den Wangen der Schönheit.

(Text: Luise Finger (Auszug): Ludwig Gebhard - Linolschnitte und Radierungen, 2007, Dr. Erdel Verlag)

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Kunstwerk im Fokus


Mischtechnik auf kaschierter Schaumstoffplatte, Applikation, 2009

Die Freude an der Skulptur, die aus diesem Werk abzulesen ist, die Entdeckerlust, mit der eine Homomorphie von Objekt und Abbild ebenso analytisch wie expermientell hergestellt wird, wie es auch der Arbeit des Astronomen im 17. Jahrhundert entsprach, machen nicht nur den Gesamtzyklus, sondern auch jedes einzelne Stück daraus einzigartig.

Die Wandelbarkeit des Gesamtwerkes und aller seiner Teile im wechselnden Licht und in geänderter Perspektive steht dem Wandel des Sternenhimmels über uns in nichts nach. Es entspricht so der Meinung Keplers: "Mir kommen die Wege, auf denen die Menschen zur Erkenntnis der himmlischen Dinge gelangen, fast ebenso bewunderungswürdig vor, wie die Natur der Dinge selber." (Astronomia Nova, 1609)

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