Volker Pfüller: Nicht !!! vergessen Monster

Volker Pfüller: Nicht !!! vergessen Monster
DIN A6, Michtechnik auf Papier

"Fingerübungen" nennt Volker Pfüller die Serien von Zeichnungen im halben Schulheft-Format DIN A6. Was wie zufällig entstandenes Gedankenbild wirkt, wurde von ihm als eigenständiges Genre entwickelt und mit der Präzision und dem Fleiss, der sein Werk kennzeichnet , kontinuierlich produziert. Während der vieljährigen Lehrtätigkeit als Professor an den Kunsthochschulen Berlin und Leipzig, ebenso wie bei den Theaterprojekten fehlte oft die Zeit und die Ruhe zur malerischen Arbeit. Das kleine Format war hier die Möglichkeit, freie Stunden im Arbeitstag zu nutzen - und so entwickelte er ein Verfahren im Herstellungsprozess dieser "Fingerübungen", das seinem Qualitätsanspruch gerecht wurde. Die Blätter wurden systematisch gesammelt - aus Briefumschlägen, Packpapier, Notizbögen - und gelegentlich für die eigentliche Bildarbeit vorbereitet - durch Überstreichen, farbliches Bemustern, Überkleben, ebenso wie man bei der Vorbereitung einer Leinwand für ein Gemälde vorgeht. Die eigentliche Bildidee entstand dann auf einem Fundus solcher Mini-Leinwände, die in Zettelkästen geordnet vorlagen und geduldig auf ihre Entpuppung zum Bild warteten.

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Kunstwerk im Fokus


Volker Pfüller: Bernard-Marie Koltès "In der Einsamkeit der Baumwollfelder"
Linoldruck
37 x 49,8 cm
2010, Auflage: 10
signiert

Bernard-Marie Koltès kommt 1948 in Metz zur Welt. Sein Vater ist als Offizier selten zuhause. Im Alter von 10 Jahren kommt Koltès ins Internat. Die Schule liegt mitten im Araberviertel. Es ist die Zeit des Algerienkrieges. In Koltès Werk wird die verstörende Atmosphäre des Krieges und des Kampfes wieder lebendig. Straßen, auf denen die Gesetze des Rechtsstaates nicht gelten, Straßen, auf denen jeder für sich allein bleibt. Jeder Moment ist voller Ungewissheit. Situationen können jeden Augenblick umkippen. Die Menschen, deren Wege sich zufällig kreuzen, können in jedem Moment zum wilden Tier werden.

In der Einsamkeit der Baumwollfelder wurde 1987 uraufgeführt. Es zählt zu den Höhepunkten im Werk von Koltès. In diesem Monolog für zwei Personen ist das Wort die schärfste Waffe.

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