Regensburg, 12. Juni 2026
Barbara Muhr: "Remember that summer"
17. Juli - 29. August 2026
Eröffnung: Freitag, 17. Juli 2026 um 19 Uhr mit Barbara Muhr
Schaulager, Am Schallern 4, Regensburg
Öffnungszeiten: Mittwoch / Donnerstag / Freitag 11-17 und Samstag 11-15 Uhr.
Sensibilität und Sinnlichkeit
Die Künstlerin Barbara Muhr (*1988) hat sich der figurativen Malerei verschrieben und beweist dabei ein feines Gespür für den Zeitgeist und die Sehnsüchte ihrer Generation. Mit kräftigem Duktus und Farben fängt sie Stimmungen und Situationen ein. Ihre sehr bewusst gestalteten Bildkompositionen speisen sich aus literarischen Vorlagen, Archetypen der antiken Mythologie und Songtexten der Popkultur. Barbara Muhrs Bilderwelten changieren zwischen Selbstinszenierung und Selbstzweifel, speisen sich aus dem Spiel der Blicke, spielen mit der Durchlässigkeit von physischem und psychischem Raum und dem Ausloten von Transformationen von Körper und Raum.
In ihrer typischen Bildsprache kombiniert die Künstlerin grafische Elemente mit flächiger Malerei mit unterschiedlichen Materialien. Mittels der farbigen Konturen hebt sie das Motiv auf verschiedene Abstraktionsebenen. Dabei immer interessant: die vordergründige Unvereinbarkeit von naturalistischen Porträts und gestischer Abstraktion, von Präzision und unkontrollierten Impulsen andererseits.
Barbara Muhrs Fokus ist vor allem auf die Typologie der Figuren gerichtet, denen gewisse Charaktereigenschaften oder Verhaltensweisen zugeschrieben werden. In der Kunstgeschichte haben sich daraus oft bestimmte Typen ausgebildet, deren Äußeres mit ihrem Wesen unbewusst verbunden werden. Barbara Muhrs These: Als Betrachter sind wir uns oft nicht im Klaren, wie sehr wir von „Typen“, „Kategorien“ und „Schubladen“ geprägt wurden. Das nutzt sie künstlerisch aus, indem sie die Assoziationen antizipiert oder konterkariert. Dabei rekurriert sie auf zeitgenössische Modelle, auf Requisiten aus dem Hier und Heute ihrer Generation.
Die daraus resultierenden Bildmotive sind Chimären aus vergangenen erfundenen Welten und aktuellem Zeitgeschehen. Zeit und Vergänglichkeit sind Faktoren, die den jugendlichen Figuren im Vorhinein eingeschrieben sind. Dokumentation und Impression, Beobachtung und Erinnerung vermischen sich und eine Momentaufnahme wird zum Denkmal erklärt. Die Stilistik ihrer Malerei spiegelt dieses Aufeinandertreffen von Tragik, Komik und Banalität wider, indem in Mischtechnik von Acryl- und Ölfarben, Kreiden, sowie gesprayten Graffitielementen und Klebebändern eine Bandbreite an Realitätsebenen konstruiert wird.
Barbara Muhr arbeitet und lebt in Regensburg und Straubing.
Weitere Informationen zur Künstlerin: https://barbaramuhr.jimdofree.com/
Preise und Auszeichnungen
2024 Kulturpreis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung, Straubing
2023 Kulturförderpreis der Stadt Regensburg
2022 Förderpreis des Bodenseekreises für gegenständliche Kunst, Meersburg
11–12/2021 AiR: Bayerisch-Böhmisches Residenzprogramm kultur/kontakt/kreativ, Pilsen (CZ)
2018 Drei-Länder-Kunstpreis Junge Kunst 2018 der Sparkasse Passau
2017 SPARDA-Bank-Kunstpreis Amberg (Anerkennungspreis)
2017 Straubinger Kulturförderpreis der Dr. Franz & Astrid Ritter-Stiftung
2017–2022 Förderatelier der Kunst- und Kulturstiftung Oswald Zitzelsberger im Andreas-Stadel, Regensburg