Warum eine künstlerische Diskussion zu „4 Elemente“?

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(Logo: 4 Elemente, Juan Fernando de Laiglesia, 2018)

Im Wandel erhält sich die Natur. Ruhige Zeiten wechseln mit Erdzeiten turbulenter Veränderungen. Populationen weiten sich aus, manchmal explosionsartig, und ebenso plötzlich verschwinden sie wieder, manchmal bis auf wenige Individuen, die mit Glück die Art erhalten. Uns interessiert naturgemäß die menschliche Population. Die Rasanz des Wandels in unseren Kulturen begeistert uns oder sie erschreckt uns. Für die eigene Orientierung suchen wir nach Denkmodellen, die uns Vorstellung und Richtung geben. Die Naturwissenschaft hat uns ungeahnte Möglichkeiten eröffnet, die Geisteswissenschaften geben uns die Werkzeuge zur kritischen Hinterfragung dieser Errungenschaften. Kunst (Kunst hier als eine angewandte Geisteswissenschaft verstanden, entsprechend der theoretische Philosophie und der praktischen Philosophie als Lebenshilfe) und Glaube (hier als Denkmodell jenseits unseres beschränkten Erfahrungsvermögens und der Grenzen unseres Verstandes) bleiben individuelle Lebensmodelle. Im glücklichen Fall nicht ausschließend, sondern ergänzend.

Zurück zum Thema: Warum eine künstlerische Diskussion zu „4 Elemente“?

Fangen wir beim ersten Teil des Satzes an: „Künstlerisch“. Kunst kann helfen, eine Grenze zu überspringen, ohne sie einzureißen. Kunst ist vor allem die Kunst, andersherum zu denken, die Fragen anders zu stellen und eine andere Wirklichkeit neben der gewohnten (oder angelernten) Wahrnehmung anzubieten. Nehmen wir dieses Angebot an, betreten wir (hoffentlich) Neuland, und die praktische Verwertbarkeit dieser Reise ist ungewiss, aber gewiss ist, daß wir damit unseren eigenen geistigen Spielraum erweitert haben. Normalerweise können wir auch ohne so etwas leben, aber es macht einfach mehr Spaß, wenn wir mehr Spielraum haben. Es kann aber auch notwendig sein, gewohnte Sichtweisen zu verlassen und neue Denkmodelle zu erproben, dann, wenn wir vor tiefgreifenden Veränderungen stehen: Wenn man der Diskussion in der Gesellschaft folgt, leben wir nicht in normalen, sondern durchaus in sehr turbulenten, ja gefährlichen Umbruchszeiten. Und in solchen Zeiten gilt: „In Gefahr und höchster Not, bringt der Mittelweg den Tod“.

Jetzt zum zweiten Teil des Satzes: „4 Elemente“. Wenn wir bereit sind, tragfähige Denk- und Lebensmodelle zu entwickeln, die für uns und unsere Enkel und Urenkel noch erstrebenswert sind, sollten wir bei dem tiefsten Fundament beginnen. Das Modell der 4 Elemente ist dabei sicher nicht das einzige Modell eines Fundamentes, aber es ist ein Modell, das in den Geisteswissenschaften und in den Naturwissenschaften immer wieder als Grundlage der Arbeit benutzt wurde. Ich behaupte nicht , daß es das einzige Modell ist, schon aus ganz eigennützigen Gründen, um mich nicht der Möglichkeit weiterer Ausstellungsreihen zu berauben. Aber ich glaube, es ist ein gangbarer Ansatz. (we)

 

 

4 Elemente - Wasser (Cuadros salvajes)

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Juan Fernando de Laiglesia: Mapa de la ria, mixed media, 50 x 70 cm, 2017

(aus der Reihe: "Cuadros Salvajes - Wild Paintings" - hier: Mapa de la ria - Flußkarte)

#4elemente (we) - Juan Fernando hat zur Entstehung seiner Bilder-Reihe ein Manifest zur Arbeitsweise  in drei Sprachen formuliert.

Hier der englische Text und meine deutsche Übersetzung:

Wild paintings on light supports

 PROCEDURE

1.- Work quickly, not allowing any correction or turning back.

2.- Mix two simultaneous vision focal points: one of them at 2 meters away to observe the

whole picture, and the other one closer, at 50 cm, to dive into the scene.

3.- Achieve balance between the image's strength and the slight, fragile support.

Wilde Bilder auf leichtem Grund

Vorgehensweise:

1. Arbeite schnell, gestatte dir keine Korrektur und keinen Rückblick.

2. Benutze gleichzeitig 2 visuelle Blickdistanzen: eine in 2 Meter Entfernung, um das ganze Bild zu überblicken, die andere näher bei 50 cm um in das Bild einzutauchen.

3. Erreiche ein Gleichgewicht zwischen der Kraft des Bildes und dem leichten, fragilen Untergrund.

work in progress - 4 Elemente: Feuer

Von Juan Fernando habe ich Mails und Fotografien über die Fortschritte seiner Arbeit zum Thema Feuer bekommen. Seine Gedanken kreisen dabei um Vulkane, um Descartes (der im Feldlager an der Donau eine Feuerereignis erlebte, dessen Ursprung der Ofen war, auf dem er seinen Tee warmhielt), die Bedeutung des Feuers in der Psychoanalyse und  in synästhetischer Weise an die von Juan Fernando empfundenen Entsprechungen des Feuers zu dem Instrument Horn (in der Musik), an Eugene Ionesco und an Ludwig van Beethoven.

Ich bin ziemlich gespannt auf das Ergebnis. Tatsächlich ist er auch sehr geheimnisvoll damit, ich darf vor der Ausstellungseröffnung auch keines der diesbezüglichen Bilder oder Texte zu diesem Teil der Ausstellung veröffentlichen.

Ich denke es soll eine "sorpresa" sein, eine Überraschung, Installation, Performance und partizipatorisches Kunstereignis zugleich. Ich denke an die letzte Ausstellung 2013 mit ihm im artspace am Fischmarkt, und an seinen "Gran flujo simultaneo" - zu deutsch etwa "Großer gleichzeitiger Fluß". Zur Erinnerung hier ein kurzes Video aus der Ausstellung  Werkstatt des Weltenschöpfers.  Soviel zunächst. Wir berichten weiter. Stay tuned! (we)

 

Kunst begreifen ... Fotos: Peter Burkes (mit freundlicher Genehmigung des Fotografen)

work in progress - 4 Elemente: Wasser

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Renate Christin im Atelier mit Projekttagebüchern zur Entstehung der Kunstaktion "Lebens-Fluß Donau"

Foto: Erdel Verlag

Das Thema unseres kommenden Ausstellungs-Zyklus "4 Elemente" korrespondiert sehr gut mit dem kulturellen Jahresthema der Stadt Regensburg "Stadt Land Fluß". Das Element Wasser (und der Fluß, der an unserem artspace am Fischmarkt 3 vorbeifließt und die Menschen zwischen Schwarzwald und schwarzem Meer verbindet) ist das Thema der Ausstellung von Renate Christin "Lebens-Fluß Donau". Renate Christin hat in einem mehrjährigen europaweiten Projekt den Fluß und seine Menschen erkundet und daraus ein einmaliges Dokument geschaffen. Hier ein Bild unserer ersten Diskussion mit Renate Christin in ihrem Atelier zur Ausstellung  im artspace Erdel am Fischmarkt 3. Save the date: 14. September 2018. Stay tuned!

#workinprogress:  The theme of our upcoming series of exhibitions "4 Elemente" #4elements is corresponding very well to the theme of the Kulturamt Regensburg: "Stadt Land Fluß" (town country river). Here we are discussing with Renate Christin about our exhibition "Lebens-Fluß Donau". The exhibition will start in september 2018 in #artspaceerdel at #fischmarkt3

4 Elemente - work in progress - Juan Fernando de Laiglesia - cuadros salvajes

Juan Fernando de Laiglesia: cuadros salvajes - Atelierbild

Atelier Juan Fernando de Laiglesia - Bilder zur Ausstellung

Foto: de Laiglesia

Von Juan Fernando de Laiglesia habe ich am 6.März die ersten Fotos von den Vorbereitungen zur Eröffnungs - Ausstellung über den Themenkreis 4 Elemente bekommen. Ausgehend von einer Serie von vier Gemälden - cuadros salvajes -(frei übersetzt: wilde Bilder - oder vielmehr Bilder ohne Schranken - da werden wir noch einiges zu diskutieren haben in der Übersetzung!) - entsteht ein Gesamtwerk, welches um das Thema der vier Elemente kreist. Zu der Entstehung der cuadros salvajes schickt Juan Fernado mir ein Manisfest über die Regeln der Arbeit an diesen Werken. Das Manifest wird in den nächsten Tagen hier publiziert. Stay tuned! (we, 13.3.2018)

Neuer Ausstellungszyklus im artspace Erdel - 4 Elemente

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Juan Fernando de Laiglesia: Logo 4 Elemente

4 - Elemente - das Jahresthema im artspace Erdel. Im Juni 2018 geht´s los. Die neuesten Infos dazu werden wir künftig an dieser Stelle zeigen, einen Überblick über die laufende Arbeit im Blogbeitrag auf dieser Seite: #elements

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4 Elemente: Juan Fernando de Laiglesia: Cuadros salvajes

#elements: Im Dezember 2017 schickte Juan Fernando de Laiglesia mir Fotos von 4 Gemälden, an denen er zur Zeit arbeitet. Der Titel zu diesen Bildern: "Cuadros salvajes sobre soportes livianos - Wild paintings on light supports" oder auf deutsch "Wilde Bilder auf leichtem Material". Die Idee zu dieser Arbeitsweise schickte er mir mit gleicher Post in 3 Sprachen. Wir werden diesen Manisfest in den nächsten Tagen hier publizieren. Hier ist das Bild "Gran chispazo" -  "großer Funkenregen" abgebildet. Mit diesen Bildern wurde die Idee zur Ausstellungsreihe "4 Elemente" geboren. #workinprogress: Alles weitere wird sich aus der Diskussion mit den teilnehmenden Künstlern ergeben. Und auch diese Diskussion wird ein Teil des Projektes sein. Bald mehr dazu. Stay tuned! (we)

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Juan Fernando de Laiglesia: Gran chispazo, mixed media, 50 x 85 cm. 2017

4 Elemente - work in progress

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Juan Fernando de Laiglesia: Logo 4 Elemente

Das Jahresthema im artspace Erdel: 4 Elemente

Mehr verraten wir noch nicht: Aber ein erster Hinweis auf ein spannendes Jahresthema! Im Juni geht´s los. Stay tuned!

Soviel zunächst:

Wer sie nicht kennte,
Die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft,
Wäre kein Meister
Über die Geister.


Goethe, Faust I, Studierzimmer

Work in porgress: Laufende Infos dazu ab jetzt unter #4elements