Art & Science - European Digital Art and Science Network

Ars Electronica initiiert europaweite Plattform und startet Open Call

Gemeinsam mit sieben renommierten Kunst- und Kultureinrichtungen und der ESO startet Ars Electronica eine europaweite Initiative: Das European Digital Art and Science Network wird KünstlerInnen ab sofort die Chance auf einen mehrwöchigen Aufenthalt bei der ESO sowie einen daran anschließenden Besuch im Ars Electronica Futurelab eröffnen.

Wer diese Chance erhält, wird im Rahmen eines weltweit ausgeschriebenen Wettbewerbs ermittelt.

KünstlerInnen können ihre Projekte ab sofort unter http://artandscience.aec.at/ zum Wettbewerb einreichen.

Archiv der Ars Electronica online

35 Jahre Medienkunst!

Doch was nützt die beste Medienkunstsammlung, wenn sie nur wenigen zugänglich ist? Das Ars Electronica Archiv hat seinen Online-Auftritt verfeinert und als weiteren Schritt nun auch Videos von Vorträgen und Diskussionsrunden aus den letzten 35 Jahren veröffentlicht.

„Talks & Lectures“ nennt sich die neue Videosammlung des Ars Electronica Archivs und ist ab sofort über die überarbeitete Website abrufbar. Damit wird erstmals eine Auswahl an Vorträgen, Diskussionen und Präsentationen nationaler und internationaler Gäste kostenlos zur Verfügung gestellt, die an den vergangenen Ars Electronica Festivals teilgenommen haben. Unter den Vortragenden befinden sich Namen wie Alexandre Vitkine, Otto Piene, Peter Weibel, John Sanborn, John Lasseter, Joichi Ito, Paul Virilio, Gerfried Stocker, Joachim Sauter, Christa Sommerer, Derrick deKerckhove, Thomas Macho, Oliviero Toscani, Richard Kriesche, Golan Levin, und viele andere mehr.

Highlights und Empfehlungen werden unter der Kategorie „kuratierte Lectures“ gebündelt. Wie in jedem anderen professionellen Archiv auch kann hier außerdem nach Jahren, Vortragenden oder Stichwörtern gefiltert werden. Eines der weltweit umfangreichsten Archive dieser Art. Martina Hechenberger, Leiterin des Archiv-Teams: „Wir schätzen uns glücklich, dass es seit Anbeginn des Festivals Aufzeichnungen vom Festival gibt. Mit dem Projekt „Talks and Lectures“, das vom österreichischen Bundesministerium für Bildung und Frauen gefördert wurde, stand nicht nur die Online-Präsentation des Materials im Fokus, sondern auch die Konservierung, Inventarisierung und die nachhaltige Sicherung der vorhandenen Materialien.

Bagatellgrenze für Künstler und Publizisten

"Kulturwirtschaftliche Unternehmen wie Galerien oder Verlage und Kultureinrichtungen wie Theater müssten diese Wohltat der Regierung ausbaden."

Das Arbeitsministerium wird in den nächsten Tagen einen "Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes" vorlegen. Der Gesetzentwurf soll am 30. April ins Kabinett eingebracht werden. Bestenfalls könnte der Deutsche Bundestag das neue Gesetz noch vor der Sommerpause verabschieden.

Durch das Gesetz soll die überfällige regelmäßige Prüfung der abgabepflichtigen Unternehmen durch die Deutsche Rentenversicherung gewährleistet werden. Weiterhin sieht das Gesetz dem Vernehmen nach die Einführung einer Bagatellgrenze vor. Aufträge an selbständige Künstler und Publizisten von bis zu 450 Euro im Jahr wären demnach künstlersozialabgabefrei.

Die Bagatellgrenze soll für die im Künstlersozialversicherungsgesetz als Eigenwerber bezeichneten Unternehmen sowie für die in der sogenannten Generalklausel zusammengefassten Unternehmen gelten. Unternehmen der Kulturwirtschaft wären davon ausgenommen. Da alle abgabepflichtigen Unternehmen 30% der Kosten der Künstlersozialversicherung aufbringen müssen, führt diese Entlastung automatisch zu Mehrbelastungen der kulturwirtschaftlichen Unternehmen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Ein Pferdefuß des Entwurfes liegt aber in der Einführung einer Bagatellgrenze. "Kulturwirtschaftliche Unternehmen wie Galerien oder Verlage und Kultureinrichtungen wie Theater müssten diese Wohltat der Regierung ausbaden." Abgabegerechtigkeit sieht anders aus! Die Einführung der Bagatellgrenze darf nicht auf dem Rücken der Kulturwirtschaft und der Kultureinrichtungen ausgetragen werden. Meiner Meinung nach ist die Einführung einer Bagatellgrenze zwingend gebunden an die Erhöhung des Bundeszuschusses."

Gerechtigkeit bei der Künstlersozialabgabe

Der Deutsche Kulturrat nimmt Stellung. Aktuell u.a. zum im Koalitionsvertrag festgehaltenen Vorhaben, durch gesetzliche Maßnahmen für Abgabegerechtigkeit bei der Künstlersozialversicherung Sorge zu tragen.

Der Deutsche Kulturrat unterstützt ausdrücklich das Vorhaben der Bundesregierung, Abgabe- und Beitragsgerechtigkeit sind ein konstitutives Element des gesamten Sozialversicherungssystems, insofern sollte Abgabegerechtigkeit auch bei der Künstlersozialabgabe gewährleistet sein.

Zugleich sieht der Deutsche Kulturrat das Erfordernis, dass der Bund in stärkerem Maße für die Künstlersozialabgabeausfälle eintritt, die er politisch zu verantworten hat. Wenn der Bund bürgerschaftlichen Vereinen Vergünstigungen gewährt, muss sichergestellt werden, dass die entstehenden Ausfälle nicht von den anderen Abgabepflichtigen geschultert werden müssen.

Bei der Einführung einer Lebensleistungsrente muss den besonderen Belangen der in der Künstlersozialversicherung versicherten selbständigen Künstlern und Publizisten Rechnung getragen werden.

Ebenso gilt es, die Verbreitung im digitalen Umfeld stärker in den Blick zu nehmen. Hier zeichnet sich ab, dass die Selbstvermarktung künstlerischer Dienstleistungen und Werke an Bedeutung gewinnen. Daraus folgt, dass weniger Künstlersozialabgabe anfällt, da es bei Selbstvermarktungen keinen Abgabeschuldner gibt. Auch für diese Einnahmelücke müsste der Bund mit einem höheren Bundeszuschuss einstehen.

Honorarzahlungen an Künstler machen einen erheblichen Etatposten bei Kultureinrichtungen und Unternehmen der Kulturwirtschaft aus. Für sie ist daher die Planungssicherheit hinsichtlich der Künstlersozialabgabe ein wichtiger Faktor. Der Deutsche Kulturrat schlägt vor, dass die Verwerter die Künstlersozialabgabe nach einem festen, für die Abgabepflichtigen finanzierbaren Abgabesatz entrichten. Dieser Abgabesatz wird für einen mittelfristigen Zeitraum festgelegt und verändert sich innerhalb dieses Zeitraums nur unter Berücksichtigung der allgemeinen Sozialabgabesätze. Die daraus resultierende Abgabe wird durch einen Bundeszuschuss auf 50% der Beitragsausgaben der Künstlersozialkasse aufgefüllt und darf nicht unter die Höhe sinken, die den vom Bundesverfassungsgericht in der Entscheidung vom 08.04.1987 dargestellten Anforderungen entspricht.

Die Stellungnahme des Deutschen Kulturrates in ungekürzter Fassung finden Sie hier.

Stiftung Illustration

Nun mit eigenem Blog

blog stiftung illustration

(Quelle: Stiftung Illustration)

Seit einigen Tagen ist das blog der Stiftung Illustration freigeschaltet. Dort stellt sich die Stiftung in lockerer Form vor, freut sich über Zusendungen, Kommentare und links aus der Welt der Illustration. In regelmäßigen Abständen wird das "Gesicht" der Stiftung gezeigt: Menschen, die für die Stiftung arbeiten, sich mit ihr identifizieren, mit ihr sympathisieren, oder sie einfach nur unterstützen wollen, stellen sich mit einem Fragebogen und ihrem Foto vor.

Darüber hinaus informiert die Stiftung über den Fortschritt des von ihr herausgegebenen Lexikons der Illustration (LdI), über eigene und andere workshops, über Wettbewerbe, Preise und Ausstellungen, über interessante Publikationen, Bücher und Messen und verlinkt sich mit allen Institutionen, die sich im weitesten Sinne mit der schönen Kunst der Illustration beschäftigen.

Die Stiftung Illustration wurde 2005 in Troisdorf gegründet und ist dort an das Bilderbuchmuseum angegliedert. Dem Kuratorium steht Dr. Maria Linsmann-Dege vor, das Fachkuratorium setzt sich zusammen aus aus Jutta Bauer, Rotraut Susanne Berner (Nachfolge von Armin Abmeier), Dr. Mareile Oetken und Sarah Wildeisen.

Link: http://stiftung-illustration.blogspot.de/

Gedanken zur Kunstfälschung

In den ersten Juniwochen des Jahres hat das Bundeskriminalamt (BKA) in einer bundesweiten Razzia zwei führende Mitglieder eines Kunstfälscherringes festgenommen, der nach Angaben des BKA bereits seit Jahren Hunderte von gefälschten Kunstwerken über Kunsthandel, Auktionen oder Privatverkäufe in den Sammler- oder Händermarkt gebracht hatte. Nach dem sog. Beltracchi - Skandal ein weiterer Fall in einem offenbar florierenden Markt. Sogar mindestens ein renommiertes Museum nahm ein ganzes Fälschungskonvolut in eine eigene Ausstellung auf, Gutachten, wenn auch wenig aussagekräftig, gab es zu allen Kunstwerken (vorwiegend der russischen Avantgarde) meist mehrfach. (Links: Spiegel online / Handelsblatt)

Dem Galeristen stellen sich in einem solchen Zusammenhang eine Vielzahl von Fragen: Wie kommt es dazu? Welchen Kunstbegriff hängen die Beteiligten (Sammler oder Händler) an?

Ich denke, der Schlüssel zur Antwort liegt in der Einstellung zu dem Begriff Kunst. Für den (lebenden) Künstler und den Galeristen, der aus der Arbeit mit Künstlern seine Motivation bezieht, kann Kunst nur in der forschenden Arbeit an der Front das Mediums und/oder der gesellschaftlichen Diskussion entstehen. Es mag entweder forschendes Tasten an den Grenzen des (künstlerischen) Faches sein oder erfahrungsreiches Befragen unserer Conditio humana sein. Dieses Experiment leisten Kunstproduzent und Kunstvermittler unter Einsatz ihrer Lebensenergie. Der Versuch zur Erweiterung unserer sinnlichen und intellektuellen Möglichkeiten findet in diesem Zusammanhang in der Kommunikation mit dem Sammler und Kenner statt, ein Prozess, der gegenseitiger Achtung, Wertschätzung und gemeinsamen Einsatzes bedarf. In diesem Sinn heisst Kunst kaufen ebenso auch Kultur gestalten. Eine Fälschung ist in diesem Rahmen ebenso unmöglich wie sinnlos. Anders dort, wo Kunst als vorwiegend als Mittel der gewinnbringenden Investition erworben wird, denn in diesen Bereichen ist der Preis das Qualitätsmerkmal und kann ebenso benutzt werden, um Qualität vorzuspiegeln. Der Begriff der Kunst-Fälschung sollte uns deshalb zunächst auf einen fragwürdigen Kunstbegriff aufmerksam machen. Das Hauptinteresse des wirklichen Kunstkenners liegt in der Teilnahme am aktuell laufenden Kunstprozess, den er mit seiner Teilnahme als Kenner und Sammler wesentlich ermöglicht. (Wolf Erdel)

Über Ihre Meinung zu diesem Thema würde ich mich freuen und werde sie - Ihre Zustimmung vorausgesetzt - gerne an dieser Stelle veröffentlichen. Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unser Zirkushund macht Karriere

Juan Fernando de LaiglesiaDieser wunderbare "Zirkushund" oder auf spanisch 'perito performer' entstand bei der Eröffnung der 1. Ausstellung mit Juan Fernando de Laiglesia in der Galerie im Jahr 2006 während einer Performance. Wir haben uns sofort in den kleinen Kerl verliebt und ihn bei uns behalten.

Nun scheint er in fast schon reiferen Jahren doch noch zu einer Berühmtheit zu werden. Er schmückt Juan Fernando de Laiglesias Beitrag "arte / art-icular" und steht prototypisch für Juan Fernandos Kunstverständnis.

Denkt Juan Fernando de Laiglesia über Kunst nach, fallen ihm folgende Aspekte dazu ein:

Vergnügen, Schöpfung, Freiheit, Ungehorsam, Handwerk, Mechanik, Objekt, Handel, Realität, Repräsentation, Symbol, Utopie, Publikum, Fest, Glamour, Humor.

Wie alles miteinander verknüpft ist und welche Spielarten sich daraus ergeben können ist auf höchst vergnügliche Weise in arte:diccionario ilustrado nachzulesen.

Bühnenhafte Bedingungen zeitgenössischer Kunst

Volker Pfüller: TheaterDie bühnenhaften und theatralen Bedingungen zeitgenössischer Kunst ist ein topaktuelles Thema. Wir zeigten innerhalb der Ausstellungsreiche Theatrale 2010 verschiedene Aspekte des Zusammenspiels zwischen Kunst und Bühne sowie mit Ornella Renis Arbeiten theatrale Darstellungsformen der abendländischen Kulturgeschichte.

Das Kunsthaus Dresden bereichert diese Diskussion mit dem Projekt Various Stages - Bedingte Bühnen. In der Ausstellung von 2.08. - 14.10.2012 setzen sich internationale Künstler mit dem Konzept "Bühne" auseinander. Das Projekt nimmt die performativen Bedingungen zeitgenössischer künstlerischer Produktion in den Fokus und schließt an Praktiken des Aufführens, Inszenierens, Rezipierens und Handelns im Ausstellungsraum an. Ausstellung, Salon und Festival greifen inhaltlich und z.T. auch räumlich ineinander, erzeugen "various stages": Bühne und Stadium.

Volker Pfüller

Linoldruck - Vorzugsabdruck

Linoldrucke aus der Hand von Volker Pfüller, die über 35 Jahre seiner Arbeit als Bühnen- und Kostümbildner reflektieren.


Volker Pfüller: Gerhart Hauptmann "Die Ratten"
Format: 37 cm x 49,8 cm, Auflage 10, signiert, 280 Euro

"Erstaunlich, wie Volker Pfüller aus der ganzen Fülle von Gezeichnetem und Gemaltem hier zu einer sehr starken graphischen Form in einem relativ großem Format gefunden hat." (Armin Abmeier, Herausgeber der Tollen Hefte)

Die doppelseitigen Linolarbeiten sind in ihrer sehr kleinen Auflage einzigartig, da sie zwar so gedruckt werden, nachher im Buch aber nicht mehr als Doppelseite zu sehen sein werden. Mehr dieser kleinen Raritäten.

Die Drucke werden im Dezember 2010 unter dem Titel Theater im leipziger Verlag Lubok erscheinen. Das Lubok-Spezial-Heft wird in einer Auflage von 500 Stück gedruckt und umfasst 56 Abbildungen, davon 24 farbige Originallinolschnitte, gedruckt von der verlorenen Form.

Info: Zum Urheberrecht

„Erbärmlich ein Eigentumsbegriff, der sich nur auf Sachgüter, Produktionsmittel und Wertpapiere bezieht und die Leistungen des menschlichen Geistes ausklammert! Erbärmlich eine Gesellschaft, die sich einen solchen Eigentumsbegriff leisten wollte!“ (Altbundespräsident, Roman Herzog, zitiert aus der Rede von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger MdB vom 14.Juni 2010), Der gesamte Text der Rede findet sich auf der Carta - Website hier und ist ebenso interessant wie informativ.(w.e. 16.5.2010)