CyberArts 2017

State of the Art der Medienkunst

cyber arts 2017 light barrierDie CyberArts Ausstellung zeigt die preisgekrönten Arbeiten des Prix Ars Electronica am Ars Electronica Festival, von 7. bis 11. September 2017. Dass der Prix Ars Electronica zu den wichtigsten Auszeichnungen für Kreativität und Pioniergeist im digitalen Medienbereich gehört, bezeugen eindrucksvoll die über 3500 Einreichungen aus 106 Ländern.

Im Bild ein Ausschnitt aus „Light Barrier“ von dem koreanisch-britischen Duo Kimchi and Chips. Es ist eine Arbeit aus der Kategorie der Computeranimation/Film/VFX, ein in einem dunklen Raum stattfindendes, multimediales Spektakel, basierend auf Nebel, Klang und Projektionen.

Presserundgang mit Kuratorin Genoveva Rückert

Seit 1987 wird der Prix Ars Electronica jährlich verliehen. Seither hat sich jede Menge gewandelt. Die Entwicklungen in der Medienkunst sind rasant. Spätestens seit 2000, mit der Ankunft des Internets, haben sich die Kategorien vollständig gewandelt. Man sieht das zum Beispiel sehr deutlich an der Kategorie Digital Communities, die „Internet-Kategorie“. Diese hat sich sehr stark verändert: von einer Auszeichnung für bestgestaltete Webseiten hin zu einem rein community-orientierten Blick auf das Internet. Auch die Kategorie Hybrid Art hat eine Entwicklung durchgemacht. Sie entstand aus der Feststellung, dass sich hybride Formen, in der sich verschiedene Genres vermischen, immer stärker durchsetzen. Mittlerweile geht es sehr klar in eine bio-politische Richtung mit einem Fokus auf die Biowissenschaften, besonders bei den diesjährigen Einreichungen.

In der Kategorie "Animation" ist ein starker Trend zur „Virtuellen Realität“ festzustellen. Seit einigen Jahren gibt es experimentelle Projekte mit dieser neuen Technik unter den Einreichungen, aber dieses Jahr war es noch einmal verstärkt. Die Auswahl der Jury orientierte sich 2017 sehr stark am Inhalt und weniger an der technischen Innovation.

Die Besonderheit der diesjährigen CyberArts ist, dass fast alle Arbeiten als Installation gezeigt werden. Im Gegensatz zu Dokumentationen können die Kunstwerke räumlich erlebt werden.

Die Preise werden in den Kategorien Computeranimation/Film/VFX, Hybrid Art, Digital Musics & Sound Art und u19 verliehen.

Kuratonin Genoveva Rückert verweist in diesem Zusammenhang auch auf die enorme Bedeutung des Archives der Ars Electronica. Dort sind alle Einreichungen seit 1987 recherchierbar.

hannes leopoldseder ars electronica 2017Dr. Hannes Leopoldseder, einer der Mitbegründer der Ars Electronica, betont die Wichtigkeit, dass Künstler, ebenso wie Wissenchaftler ohne deadline arbeiten können und nannte als Beispiel dafür die Künstlerin Maja Smrekar, die für ihr (Gesamt)Werk in der Kategorie Hybrid mit der Goldenen Nica ausgezeichnet wurde. Ihre Arbeiten sind als Installation ausgestellt.

Für ihre Arbeit „K-9_topology“ lies sich die Künstlerin eine Eizelle entnehmen, die im entkernten Zustand Wirt für eine Körperzelle eines Hundes wurde. Damit spricht sie an, dass Gentechnologie ein brisantes gesellschaftspolitisches Thema ist. Es geht ihr in ihrer künstlerischen Arbeit um die Beziehung zwischen Menschen und Hund und seinem Ahnen den Wolf. Maja Smrekar hat eine eindrückliche Bildsprache und schafft symbolische Anknüpfungspunkte. Sie übernimmt Methoden aus der Wissenschaft und schafft als Künstlerin ein symbolisches Objekt, eine symbolische Handlung und damit etwas an dem wir anknüpfen und uns auch reiben können. Das Werk sorgt für Aufregung, aber es ist auch eine gesellschaftliche Aufgabe der Kunst Dinge zu hinterfragen. Zu dem Thema Kunst und Ethik wird es am Sonntag, den 10. September 2017 einen hochkarätigen Talk mit ihr Gerfried Stocker und Gästen geben.

Info

Ausstellungsdauer: 7. September 2017 bis zum 17. September 2017 im OK im OÖ Kulturquartier

Öffnungszeiten während des Festivals: 10:00 bis 19:00 Uhr.
Am Donnerstag sowie am Samstag: 10:00 bis 21:00 Uhr.
Darüber hinaus wird die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des OK im OÖ Kulturquartier bis zum 17. September 2017 zu sehen sein.

Fotos: Antonia Kienberger